Lernen Sie Ihren Körper wahrzunehmen
Solange man arbeitet, sich darauf konzentriert, bestimmte Arbeiten zu erledigen, zu telefonieren, Gespräche zu führen, Briefe zu schreiben, Kunden zu bedienen oder Auto zu fahren, registriert man seinen Körper normalerweise nur dann bewusst, wenn er sich unangenehm bemerkbar macht.
Rückenschmerzen, Schweißausbrüche, brennende Füße, Kopfschmerzen oder Muskelverkrampfungen machen deutlich, dass dieser Körper momentan – oder vielleicht sogar chronisch – die an ihn gestellten Anforderungen nicht leisten kann. Der Körper wird zum lästigen Übel, Schmerzen müssen bekämpft werden.
Sofern man sich – richtigerweise und gesundheitsbewusst – entschlossen hat, physische Defizite durch Training aufzufangen, steht man vor einem erneuten Problem. Wer jahrelang das körperliche Training vernachlässigt hat, wird schon nach kürzester Zeit merken, dass das Training selbst zur Qual werden kann, wenn die Belastung nicht richtig dosiert wird. Muskelkater, schmerzende Sehnen und der dazugehörende Frust sind die logische Folge – der Körper wird erneut als unangenehmer Bestandteil des eigenen Ichs wahrgenommen.
Abhängig von der jeweils herrschenden Stimmung können diese Wahrnehmungen positiv oder negativ übersteigert werden, wobei dann häufig das Training entsprechend der Laune dosiert wird. Je mieser die Stimmung, desto härter das Training, desto mehr neigt man dazu, dem Körper weitere Schmerzen zuzufügen. Dennoch verändert sich die Körperwahrnehmung sehr stark, wenn das Training vernünftig aufgebaut wird.
Eine langsame, wohl dosierte Leistungssteigerung, die durch schmerzfreies Training und Wohlbefinden im Training selbst erreicht werden kann, setzt sehr angenehme Stoffwechselprozesse in Gang, die das Körpererlebnis nachhaltig verändern. Man fühlt sich leichter, jünger und vitaler, Alltagsarbeiten werden als weniger belastend empfunden und auch psychische Stress-Situationen können besser verkraftet werden.
Ob im Krafttraining, in der Gymnastik oder beim Dehnen – die Wahrnehmung des Körpers sollte angenehm sein, man muss sich in der Bewegung wohlfühlen. Wenn man langfristig mit einer angenehmen Dosierung trainiert, wird man feststellen, dass sich die physiologischen Reaktionen, nämlich die allmähliche Anpassung an höhere Leistungsanforderungen, auch in einer sehr positiven Körperwahrnehmung widerspiegeln.
